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Statt Lohn gab es Geldstrafe für eine Paketagentin

Statt Lohn gab es Geldstrafe für eine Paketagentin

Eine 35-jährige Rödentalerin hatte sich als sogenannte Paketagentin anwerben lassen. Sie sollte Warensendungen annehmen und ins Ausland weiterschicken. Das Ganze ist eine Betrugsmasche und wurde nun auch ihr zum Verhängnis.

Immer wieder warnt die Polizei, sich als „Paketagent“ zu verdingen und vom Auftraggeber zuvor betrügerisch erworbene Waren ins Ausland zu transferieren. Eine Rödentalerin musste sich deshalb jetzt wegen Geldwäsche vor Gericht verantworten.
Dass man wegen Leichtfertigkeit schnell vor dem Richter landen kann, dies erlebte ein 35-Jährige aus Rödental. Die Frau musste sich vor dem Amtsgericht am Donnerstagvormittag wegen Geldwäsche in 35 Fällen verantworten. Laut der Anklage hatte sie sich dazu anstiften lassen, Pakete entgegenzunehmen, diese zu öffnen und an Adressen, die sie per E-Mail erhielt, nach Lettland, Finnland und Großbritannien zu senden. Die erforderlichen Labels von DHL und UPS erhielt sie ebenfalls per E-Mail. Die Waren im Gesamtwert von 12 000 Euro hatte ein Unbekannter rechtswidrig erlangt.

Arbeitsvertrag per Internet

Zwischen der Angeklagten und einer Auftraggeberin, die unter einem virtuellen Namen in Erscheinung trat, wurde ein Arbeitsvertrag im Netz abgeschlossen. Demnach sollte die Frau für den „Paketdienst“ anfangs 800 Euro monatlich, dann 1000 Euro und später 1200 Euro erhalten, außerdem war eine Bonuszahlung vereinbart. In den Paketen befanden sich laut der Anklageschrift verschiedene Waren wie Kleidung, Spielsachen, Sportwaren oder Süßigkeiten.

Die Angeklagte, die aus Südostasien stammt und erst seit dem Jahr 2009 in Deutschland lebt, berichtete ausführlich, wie sie zu dem Auftrag kam. Als Buchhalterin habe sie im Internet Aufträge angenommen, über ihre Website sei sie von der Auftraggeberin kontaktiert worden. Sie habe eine virtuelle Anfrage erhalten, ob sie als „Assistent“ Pakete annehmen und weiterschicken könne. Die Begründung habe gelautet, dass man bei Online-Aufträgen keine Waren außerhalb Deutschlands versenden könne und deswegen eben einen Assistenten suche, der dies übernimmt.

Dies erschien der Angeklagten wohl glaubhaft, sie unterzeichnete den Vertrag. Die Auftraggeberin lernte sie nicht persönlich kennen, sie bekam eine Kopie des Personalausweises per E-Mail gesendet. Kaum, dass der Vertrag unterzeichnet war, trafen die ersten Waren in Rödental ein. „Es kamen fünf bis zehn Pakete die Woche“, so die Angeklagte. Sie habe diese geöffnet und wie vereinbart weitergeleitet, sie habe sich auch erkundigt, ob die Waren bezahlt seien. Erst als die Polizei bei ihr vor der Tür stand, kam das böse Erwachen. Denn da habe sie erfahren, dass die Waren mit gestohlenen Kreditkarten bezahlt wurden.

„Ich wusste vorher nicht, dass die Ware nicht legal bezahlt wurden“, versicherte die Frau. Die vereinbarte monatliche Zahlung von 800 Euro plus Bonus habe sie auch nie erhalten, sagte sie auf Nachfrage des Richters.
Richter Bauer meinte, die Angeklagte hätte doch merken müssen, dass 800 Euro für Pakete versenden relativ viel Geld sei. „Als Buchhalterin hätten Sie doch merken müssen, dass das übel riecht.“

Kein Ausländerbonus

Rechtsanwalt Jan Geerhardt sah seine Mandantin als das Opfer in der Geschichte. Verdienen, sagte er, würden nur die Hintermänner. Ein Drittel der Waren, argumentierte der Rechtsanwalt weiter, seien wieder Retoure gegangen.Außerdem stelle sich die Frage, ob seine Mandantin, die ja Ausländerin sei, überhaupt verstanden habe, auf was sie sich einlasse. Dies konnte Richter Bauer so nicht gelten lassen. „Das kann ja sein, es gibt aber keinen Ausländerbonus“, betonte er. Die sogenannten Agenten seien bei solchen Geschäften meistens die Dummen. „Es ist dumm für Sie gelaufen“, sagte auch Staatsanwalt Michael Imhof.

Nachdem der Staatsanwalt dem Richter Bereitschaft signalisierte, das Verfahren gegen eine Geldauflage einzustellen, kam die Frau mit einer Geldstrafe davon. Richter Bauer: „900 Euro ist die Schmerzgrenze, weniger geht nicht.“ Die Frau gab an, jetzt in einem geringfügigen Arbeitsverhältnis zu arbeiten.

Statt Lohn gab es Geldstrafe für eine Paketagentin

Quelle: Coburger Tageblatt / 11.12.2015

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